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Kairouan gilt als eine der heiligsten Stätten des Islam (nach Mekka, Medina und Jerusalem)
und ist Ziel vieler islamischer Pilgerreisender. Um auch den bekannten Wochenmarkt zu erleben
fuhren wir Montag morgens von Port Kantaoui (bei Sousse) nach Kairouan. Die Strecke
ist gut ausgebaut und ausgeschildert. Nicht zu verfehlen, genau wie der verunglückte
Tunesier der am Ortseingang mit aller Gewalt versucht Touristen aufzuhalten, was Ihm bei
uns auch gelang, da ich mich nicht überwinden konnte, ihn einfach umzufahren. Nachdem
wir gehalten hatten, zeigte er auf einen im Strassengraben liegenden Wagen und erklärte
wortreich, dass er dringend in die Stadt müsste, da er gerade einen Unfall gehabt hätte.
Das der Wagen in der Zwischenzeit schon längst zu einem Spielplatz der Kinder geworden war
- und das mit Sicherheit schon seit mehreren Jahren - kümmerte ihn dabei nicht.
Um endlich weiter zu kommen, nahmen wir Ihn dann doch endlich mit und er führte uns, welch
Wunder, zu einem billigen bewachten Parkplatz, wo auch jede Menge lokale Führer
warteten, die uns die Stadt zeigen könnten. Als wir Ihn dann doch endlich los waren und
er wohl endgültig aufgegeben hatten, fuhren wir dann weiter zum grossen Besucher-Parkplatz
vor der Medina.
Unterdessen machte sich unser Verunglückter als Sozius auf einem Mofa zurück zu
seinem Unfallwagen - wahrscheinlich um den Wagen mit dem Mofa abzuschleppen.
Die Medina von Kairouan gehört sicher zu einer der schönsten in Tunesien. Von der grossen
Moschee (Sidi-Oqba-Moschee) kann man den Innenhof und die Säulengänge besichtigen,
die eigentlichen Gebetsräume sind, wie in ganz Tunesien, nur für Moslems zugänglich.
Es lohnt sich ein wenig durch die Altstadt zu schlendern und die Souks zu besuchen.
Zwischendurch machten wir eine kurze Teepause in der Altstadt und gingen dann weiter
zur "Moschee der drei Tore", die leider nicht zu besichtigen war, dafür aber das Heiligengrab
"Zaouia Ghariani", ein wunderschöner Bau mit seinen Arkaden und Verzierungen.
Von dort ging es durch den Souk zum "Bab el Tounes" in dessen Umfeld sich der Wochenmarkt
befindet. Im Gegensatz zu den Souks, die inzwischen zu einem Grossteil auf Touristen
eingestellt sind, sind die Wochenmärkte noch echte arabische Märkte. Stapel mit Obst
und Gemüsen, Kanister mit Olivenöl, Kisten mit lebenden Kücken und frischem Fleisch in
der prallen Sonne mit kostenlosen Fliegen als Beilage. Nicht immer etwas für den
europäischen Magen.
Neben Lebensmitteln finden sich auch alle Arten von Kleidung,
Küchengeräten und Spielzeug - und natürlich Dienstleister, wie diesen Schuhmacher.
Man sollte sich etwas Zeit nehmen, und sich die Auslagen ansehen. Wir versorgten
uns jedenfalls für die weiter Fahrt mit einigen Orangen und kehrten durch einen anderen
Teil der Medina zu unserem Auto zurück. Inzwischen war der Parkplatz mehr oder weniger
zugeparkt mit Bussen und die Strassen rund um die Moschee noch überfüllter als vorher.
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