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Ceterum censeo Carthaginem delendam esse.
Dieser Satz hat mich durch viele Lateinstunden verfolgt. Es war einer der Lieblingssätze
unseres Latein-Lehrers. Cato der Ältere beendete jede seiner Rede im Senat
mit dieser Forderung nach der Vernichtung Karthagos. Karthago war über lange Zeit
der größte Widersacher Roms im Mittelmeer, zum Zeitpunkt dieser Forderung hatte Rom aber
schon lange die Oberherrschaft errungen, zwei punische Kriege hatte Rom gewonnen. Dennoch
stand immer noch der Gedanke an einen Hannibal vor den Toren Roms (Hannibal ante
portas) in den Köpfen der Römer.
So genügte letztlich ein geringer Vorwand um Roms Truppen erneut in Bewegung zu setzen und
der Forderung Catos nachzukommen. Im dritten punischen Krieg wurde die einstmals mächtigste
Seemacht des Mittelmeers vollständig vernichtet und im wahrsten Sinne des Wortes dem Erdboden
gleich gemacht und selbst dieser wurde dann noch mit Salz unfruchtbar gemacht. Dabei waren
die punischen Händler von Karthago bereits bis nach Britannien vorgedrungen und hatten
grosse Strecken an der afrikanischen Atlantikküste bereist, belegt ist hier die Seefahrt des
Hanno, der wohl bis zum heutigen Kamerun reiste.
Nach der Zerstörung Karthagos dauerte es etwa hundert Jahre, bis die Gegend von den
Römern wieder besiedelt wurde und erneut zu einer der größten Städte des Reichs wurde.
Seine strategisch wichtige Lage begünstigte den Handel und damit das Wachstum der Stadt.
Bis zum Einfall der Araber nahm die Bedeutung Karthagos beständig zu und Karthago
wurde sogar Bischofssitz.
Die heutigen Ausgrabungsstätten erstrecken sich über ein grosses Stadtgebiet und sind
nicht zusammenhängend. Die Überreste entstammen meist aus der römischen Zeit nach dem
dritten punischen Krieg, da die Römer jedoch die alten Stadtstrukturen übernahmen,
sind auch ältere Fundamente noch zu finden. Da das ganze sehr weitläufig ist und immer
wieder Wohnviertel dazwischen liegen sollte man auf jedenfall mit einem geeigneten
Reiseführer Karthago besichtigen. Ich kann jedem nur den "Baedeker" über Tunesien
empfehlen.
Eine der grössten Ausgrabungsbereiche liegt direkt am Meer, der archäologische Park um die
Antonius-Pius Thermen. Eigentlich kostet dieser Park Eintritt, allerdings war ich
durch eine Seitenstrasse dorthin gefahren und hatte an dem südlichen Tor geparkt, das
weit offen stand. Da ich es wirklich nicht besser wusste, freute ich mich über eine
kostenlos zu besichtigende Ausgrabungsstätte, entdeckte aber später dann auch den echten
Eingang, aber mein schlechtes Gewissen reichte nicht aus, noch ein Ticket nachzulösen.
Die Anlage ist sehr weitläufig und an einer Seite schliesst sich das Gelände eines
Präsidentenpalastes an, was bedeutet, dass man in diese Richtung nicht fotografieren darf
(oder sich zumindest nicht erwischen lassen darf).
Ein echter Höhepunkt in Karthago stammt nicht aus der Römerzeit und ist die Kathedrale.
Dabei macht die Leere des Raumes die Faszination aus, da diese heute nicht mehr für
Gottesdienste verwendet wird - einfach ansehen, dann versteht man was ich meine. Die
Kathedrale erhebt sich auf dem Byrsa-Hügel, dem mythischen Gründungshügel von Karthago.
Und war zu jeder Zeit der Mittelpunkt der Stadt, entsprechend liegen neben der
Kathedrale ebenfalls bedeutende Ausgrabungen und das Nationalmuseum lehnt sich direkt
an die Kathedrale an. Für jeden archäologisch/historisch interessierten Besucher ein Muss.
Man könnte noch einiges mehr zu Karthago schreiben, z.B. die alten punischen Häfen, also
wer nach Karthago reist, sollte sich entsprechende Literatur besorgen. Es war bereits
nachmittag als ich mich zurück auf den Weg nach Port Kantaoui machte. Ich fuhr diesmal
eine ander Strecke, die mich am Lac de Tunis über eine Art Damm vorbeiführte.
Ursprünglich hatte ich noch vorgehabt nach Tunis reinzufahren, aber bereits nach wenigen
Kilometern in Richtung Tunis begann es wieder in Strömen zu regnen, so dass ich direkt
weiterfuhr und bereits kurz hinter Tunis hörte der Regen wieder auf.
Zum Sylvester Gala-Dinner war ich wieder rechtzeitig im Hotel. Es wurde noch eine
schöne Nacht, da Extra zu Sylvester sich eine grosse türkische Reisegruppe eingemietet
hatte, die Sylvester ausgelassen feierten. Für die meisten deutschen Touristen war
das etwas viel aber mit einer Bekannten, die ich dort kennengelernt hatte, feierten
wir bis ungefähr 3 Uhr morgens mit, bevor es dann langsam ruhig wurde. Ein
Morgenspaziergang am Mittelmeer rundete den Tag ab. Eigentlich ein ziemlich
perfekter Tag.
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