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Kurz nach Sonnenaufgang begann unsere eigentliche Fahrt durch die Wüste. Begleitet wurden
wir von einigen Einheimischen Jemeniten mit deren Pickup, durch deren Gebiet wir fahren würden.
Was diese Schutzbegleitung durch die Wüste gekostet hat, wurde nicht verraten, ohne diesen offiziellen
Schutz und damit der Genehmigung der lokalen Scheichs ist es jedoch gefährlich die Wüste zu
durchqueren.
Allerdings hatten wir auch einen riesigen Spass mit unserer Begleitung. Nach einer kurzen
Mittagspause, bei dem auch unsere Wagen wieder aufgetankt wurden, konnte - wer Lust hatte -
hinten auf der offenen Ladefläche mitfahren.
Während unsere Fahrer weiterhin der Piste in den Hadramaut folgten, rasten wir auf dem Pickup quer durch die
Gegend, überholten, fuhren Dünen und Abhänge auf und ab und genossen einfach nur den ride.
Unterwegs kamen wir an einigen Siedlungen vorbei und freilaufenden Kamelherden.
Wer glaubt, die Wüste besteht nur aus Sand, den muss ich enttäuschen. Wüste bedeutet eigentlich nur,
dass es sich um eine trockene und wenig fruchtbare Gegend handelt. So entsprach nur ein geringer Teil
der Strecke dem landläufigen Bild einer Sandwüste, ein wesentlich grössere Teil bildete ein flaches
und festes Gelände, und auf der Piste konnte man ohne Probleme 60-70 km/h fahren. Aber wir
kamen auch durchunwegsameres Gelände mit Geröll, in dem man nur schleichend fahren konnte.
In Sichtweite der ersten Siedlungen des Hadramaut war es dann soweit, wir blieben stecken.
Obwohl die Gegend schon eher savannenartig war, mit kleinen Büschen, gab es dennoch viele Kuhlen
mit Sand, in einer dieser Kuhlen blieb unser Fahrzeug trotz Vierradantrib stecken. Es war aber
auch unglaublich feiner Sand. Als wir aus dem Wagen ausstiegen, versanken wir selber sofort gut
20 cm im Sand, es war wirklich feinster Flugsand in dem wir steckten und man watete wirklich
durch diesen Sand, wie in einem Fluss. Letztendlich mussten wir von dem anderen Wagen
freigeschleppt werden, bevor wir kurze Zeit später wieder festen Boden und reguläre Strassen
erreichten.
Es war inzwischen später nachmittag und wir sahen jetzt zum erstenmal das Chicago der Wüste:
Shibam. Unsere Fahrer waren nach der Fahrt langen Fahrt bereits ausreichend müde und ausserdem hatten
Sie auch nur schlechten Quat bekommen, so dass wir nur kurz anhielten, um dann weiter nach Seyun ins
Hotel zu fahren.
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