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Taiz ist die alte Hauptstadt des Jemen. Hier war früher der Sitz des Imam und es ist eine
wunderschöne alte arabische Stadt. Der Souk ist ein echtes Erlebnis. Als wir am Abend
ankamen, bezogen wir zunächst Quartier in einem echten Funduk, der allerdings modernisiert
worden war und wesentlich angenehmer war, als das wesentlich neuere Hotel in Seyun.
Wer mit einer Jugendherberge zurechtkommt, hat mit einem Funduk kein Problem (wobei man
bei der Hygiene auch Pech haben kann - dieser Funduk war super). Lustig waren die
Fenster, die zwar typisch aus Buntglas waren, aber dafür auch auf Höhe des
Schienenbeins - also knapp unter der Decke (just kidding - aber die Deckenhöhe reichte
gerade mal knapp zum Stehen).
Am Abend unternahm ich einen Ausflug in den Souk, da sich hier nicht tausende Touristen
pro Tag durchquälen, war es ein echter Markt, mit Gewürzständen genauso wie mit Schuhläden.
Insbesondere gab es auch einige Silberschmiede - und hier entschied ich mich nun doch
dafür einen landestypischen Dschambia (Zier-Krummdolch) zu kaufen.
Also ging die Auswahl und das Verhandeln los. Zunächst einmal wurden unterschiedliche
Dolche gezeigt, die Klinge geprüft, der Griff begutachtet und die Scheide bewundert.
Die erste Frage war, ob es ein reiner Zierdolch werden sollte bei dem der Griff aus
Silber ist, oder ob es sich um einen echten Dolch mit einem Horngriff handeln
sollte. Okay es wurde der reine Zierdolch und nach einiger Auswahl stand dann das
Objekt der Verhandlungen fest. In der Zwischenzeit tranken wir Tee, es wurde geraucht
und über Dolche diskutiert - das ganze mit Händen und Füssen und etwas Englisch.
Nach einer Stunde Verhandlungen hatte ich dann meinen Dschambia, mit einem zweiten
kurzen Gebrauchsmesser (ebenfalls mit Silbergriff, aber wesentlich einfacher) und ein
paar Anstecknadeln als Mitbringsel für zuhause.
Aber damit war ich noch nicht fertig, natürlich gab es noch einen Gürtel obenauf, den
ich wohl mit erhandelt hatte, also gingen wir zu einem anderen Laden, wo jetzt mein
Dolchverkäufer um einen Gürtle verhandelte, an dem der Doch und das Messer befestigt
wurden, wobei mein Verkäufer auf die fachgerechte Befestigung achtete, während wir
wieder Tee tranken.
Wie ich später erfahren habe, war der ausgehandelte Preis gar nicht so schlecht, obwohl
das Erlebnis alleine schon viel mehr wert war. Ich glaube der Abend hat allen Beteiligten
Spass gemacht, wie lange das ganze gedauert hat, weiss ich nicht mehr, aber es war jede
Minute wert.
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