Stand: 27.01.2004
Länder - Literatur - Reisen
 
Sonnenaufgang in der Wüste









"Es gibt Probleme", antwortet Salem knapp auf meine Frage.
"Welche Probleme?"
"Schwerwiegende Probleme!"
Ah, vielleicht ein Streit zwischen den Stämmen? Da ich das Wort für Streit nicht kenne, frage ich: "Gibt es Krieg?"
"Nein! Viel schlimmer!"
"Was kann schlimmer sein als Krieg?"
"Drei Kamele sind entlaufen!"

(C. Rohrbach,
"Im Reich der Königin von Saba")

Vorbereitungen

Dubai

Jemen
 Sonnenaufgang  Durch die Wüste  Indischer Ozean  Dschambia  Falschgeld !
 Hochzeit beim Sommerpalast
 Sanaa im Dunkeln

Jordanien

Marokko

Oman

Tunesien

1000 Places


www.abebooks.de - Der weltweit größte Marktplatz für Bücher.

Das alte Marib In der Nähe von Marib waren wir in einem sehr gutem Hotel untergebracht, das irgendwo im nirgendwo bei Marib lag, angeblich wurde es hauptsächlich von ausländischen Facharbeitern frequentiert, die auf den nahen Ölfeldern arbeiten, allerdings waren wir zu dem Zeitpunkt wohl die einzigen Gäste.

Am nächsten Morgen sollten wir die Strecke von Marib nach Seyun durch die Ausläufer der Rub-al-Khalil fahren. Die Strecke dürfte so um die 400 km betragen und Autobahnen sind hier eher sparsam ausgebaut, so dass der Aufbruch für morgens um 03.00 Uhr eingeplant war. Also eine kurze Nacht. Freundlicherweise hinderte mich ein summendes Insekt im Zimmer, den Aufbruch zu verpassen.

In mehr oder weniger kompletter Dunkelheit brachen wir auf, unterwegs fuhren wir in einiger Entfernung an einem Ölfeld vorbei, an dem Erdgas abgefackelt wurde. Kurz vor Sonnenaufgang erreichten wir einen Bereich mit Sanddünen. Es war immer noch dunkel genug, um die Sterne zu sehen und wer jemals in der Wüste, fern aller künstlichen Beleuchtung, den Sternenhimmel in aller Klarheit gesehen hat, vergißt dies nicht mehr so schnell.

Auf einer der Dünen, warteten wir mit unserem Frühstück (einem Lunchpaket, dessen Inhalt keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat) auf den Sonnenaufgang. Unsere jemenitischen Begleiter verrichteten in der Zwischenzeit das Morgengebet. Langsam verblaßten die Sterne und unmerklich wurde der Himmel immer heller.

Sonnenaufgang Dann ging die Sonne in einem roten Licht auf, im nachhinein kommt es einem so vor, als ob es nur wenige Sekunden gewesen wären, obwohl es dann wohl doch etwas länger gedauert hat. Nur kurze Zeit später hatte die Sonne wieder ihre gewohnte Kraft gewonnen und vertrieb die wenigen Wolken der Nacht.
Es sollte noch ein langer Tag werden, bis wir die Wüste durchquert haben würden, aber ein intensives Erlebnis, dass mit diesem Sonnenaufgang begann.