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In der Nähe von Marib waren wir in einem sehr gutem Hotel untergebracht, das
irgendwo im nirgendwo bei Marib lag, angeblich wurde es hauptsächlich von ausländischen
Facharbeitern frequentiert, die auf den nahen Ölfeldern arbeiten, allerdings waren wir
zu dem Zeitpunkt wohl die einzigen Gäste.
Am nächsten Morgen sollten wir die Strecke von Marib nach Seyun durch die Ausläufer
der Rub-al-Khalil fahren. Die Strecke dürfte so um die 400 km betragen und Autobahnen sind
hier eher sparsam ausgebaut, so dass der Aufbruch für morgens um 03.00 Uhr eingeplant war.
Also eine kurze Nacht. Freundlicherweise hinderte mich ein summendes Insekt im Zimmer, den
Aufbruch zu verpassen.
In mehr oder weniger kompletter Dunkelheit brachen wir auf, unterwegs fuhren wir in einiger
Entfernung an einem Ölfeld vorbei, an dem Erdgas abgefackelt wurde. Kurz vor Sonnenaufgang
erreichten wir einen Bereich mit Sanddünen. Es war immer noch dunkel genug, um die Sterne
zu sehen und wer jemals in der Wüste, fern aller künstlichen Beleuchtung, den Sternenhimmel
in aller Klarheit gesehen hat, vergißt dies nicht mehr so schnell.
Auf einer der Dünen, warteten wir mit unserem Frühstück (einem Lunchpaket, dessen Inhalt
keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat) auf den Sonnenaufgang. Unsere jemenitischen
Begleiter verrichteten in der Zwischenzeit das Morgengebet. Langsam verblaßten die Sterne
und unmerklich wurde der Himmel immer heller.
Dann ging die Sonne in einem roten Licht auf, im nachhinein kommt es einem so vor, als ob es
nur wenige Sekunden gewesen wären, obwohl es dann wohl doch etwas länger gedauert hat.
Nur kurze Zeit später hatte die Sonne wieder ihre gewohnte Kraft gewonnen und vertrieb die
wenigen Wolken der Nacht.
Es sollte noch ein langer Tag werden, bis wir die Wüste durchquert haben würden, aber ein
intensives Erlebnis, dass mit diesem Sonnenaufgang begann.
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