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Im Anschluss an die Rundreise durch den Jemen, hatte ich noch ein paar Tage in Sanaa geplant.
Das Hotel war ein typischer Funduk, das "Golden Daar" in der Altstadt von Sanaa, auf die
Dachterasse kann man auch ohne dort zu wohnen und hat dann einen Überblick über einen Teil
der Altstadt. Das Hotel liegt eher am Rand der Altstadt und ein Stück vom Souk
entfernt. Das Zimmer bot eine bequeme Matratze und fast noch Platz für meinen Koffer.
Dafür konnte man sich aber auf den Luxus von warmen Wasser die meiste Zeit, zwei
Stockwerke tiefer, nicht verlassen.
Aber so wollte ich es eigentlich auch und ist insofern nur die Warnung für diejenigen, die
es unbedingt genauso machen wollen.
Abends ist die Altstadt von Sanaa genauso gesegnet mit den Vorzügen der Elektrizität, wie
der Rest der Welt. Was bedeutet, dass überall laute Musik aus übersteuerten Anlagen plärrt
(die für europäische Ohren doch etwas ungewohnt ist) und alles so weit wie möglich
ausgeleuchtet wird. Wechselstrom bedeutet dabei allerdings wohl auch, dass der Strom manchmal
zwischen den Zuständen an und aus wechselt.
So kam auch ich in den Genuss eines Stromausfalls, dabei war ich gerade in einem anderen
Funduk auf der Suche nach einem Abendessen. Ein unangenehmes Gefühl in einem fremden und vor
allem engen Treppenhaus sich in absoluter Dunkelheit wiederzufinden. Insbesondere dann,
wenn der Architekt eine gewisse Kreativität bei der Gestaltung der Stufen hat walten
lassen. Das ist dann der Moment, wo viele sich wünschen würden, dass Sie Raucher sind, um
cool ein Feuerzeug rauszuziehen und sich mit verbrannten Fingern durch die Dunkelheit zu
kämpfen. Als Nichtraucher hatte ich es mir jedoch angewöhnt immer eine kleine Taschenlampe
dabei zu haben, die mich jetzt zur Dachterasse des Funduks führte.
WOW ! Ohne plärrende Musik und elektrische Beleuchtung wirkte die Altstadt von Sanaa plötzlich
viel ruhiger und um 100 Jahre zurückversetzt. In den umliegenden Häusern leuchteten plötzlich die
alten bunten Glasfenster auf (welche Lichtquellen auch immer dahinter standen). So muss es auch
in frühreren Zeiten in Sanaa ausgesehen haben, ein unvergesslicher Augenblick.
Leider besaß der Funduk ein Notstromaggregat, das kurze Zeit später ratternd die
Stille des Augenblicks brach. In der Zwischenzeit hatte ich auf dem Dach Gesellschaft bekommen,
zunächst zwei Holländerinen und dann noch ein Franzose, der es sich vorgenommen hatte auf
eigene Faust den Jemen zu bereisen. Als kurze Zeit später jemand kam, um das Licht anzuschalten,
waren wir uns allerdings schnell einig, dass wir darauf verzichten konnten und haben dann
noch mit einigen Tees den Abend über den Dächern von Sanaa verbracht.
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